Unterschiede zwischen Wildkaninchen und Feldhase

Beide, Wildkaninchen und Feldhasen gehören zu den Hasenartigen (Ordnung Lagomorpha). Mit ihren langen Schneidezähnen könnte man sie für Nagetiere halten. Doch gerade ihre Zahnstellung unterscheidet die Hasenartigen von den Nagern deutlich, und auch sonst gibt es kaum Gemeinsamkeiten zwischen beiden Gruppen. Während Nagetiere nur ein paar Schneidezähne im Oberkiefer haben, verbirgt sich hinter dem sichtbaren vorderen paar Schneidezähne der Hasen und Kaninchen noch ein zweites Paar. Während Nagetiere ihre Vorderpfoten auch zum Halten von Zapfen, Nüssen u. ä. nutzen können, sind Hasen und Kaninchen dazu nicht in der Lage. Sie können ihre Vorderläufe zum Schlagen und bei Rivalenkämpfen einsetzen, aber sie können damit nicht greifen. Hasen und Kaninchen sind Fluchttiere, die Läufe zum hoppeln, springen und rennen einsetzen. Dabei können sie enorme Geschwindigkeiten erreichen. Dagegen sieht mancher Jagdhund richtig „alt“ aus.

Feldhasen und Wildkaninchen unterscheiden sich deutlich in ihren Körperproportionen voneinander: Die Ohren der Wildkaninchen sind abgerundet und nur 6 bis 7cm lang, während die des Feldhasen mehr als 10cm lang sein können. Insgesamt haben Kaninchen eine rundere Kopfform als die Feldhasen. Auch ihre Hinterbeine sind mit 7,5 bis 9,5cm nur halb so lang wie der Feldhasen (13 bis 15,5cm). Die Ohrspitzen des Feldhasen sind schwarz, die der Wildkaninchen braun gefärbt.

Und gleich vorweg, um einem Missverständnis vorzubeugen: Stallhasen, auch wenn manche Rassen die Feldhasen an Größe und Gewicht übertreffen können, stammen ausschließlich genau wie die Haus- und Zwergkaninchen vom Wildkaninchen und nicht vom Feldhasen ab. Und während Kaninchen in vielen Rassen und Farbschlägen seit langer Zeit erfolgreich gezüchtet werden, ist eine Zucht des Feldhasen in Gefangenschaft bisher kaum gelungen.

Auch in ihren Lebensgewohnheiten und Verhaltensweisen unterschieden sich Feldhasen und Wildkaninchen deutlich voneinander. Wildkaninchen leben in Familienverbänden und legen unterirdische Bauten mit weitverzweigten Gängen an. Sie schlafen in ihren unterirdischen Kesseln und bringen dort auch ihre Jungen zur Welt. Jedes Weibchen kann bis zu 7mal im Jahr werfen und je Wurf bis zu 7 Junge bekommen. Da Wildkaninchen nachtaktiv sind, werden die Jungen nur jeweils 5min pro Nacht gestillt. Die Jungen sind Nesthocker, in der ersten Woche noch blind und ohne Fell. Erst nach 3 Wochen verlassen sie zum ersten Mal den schützenden Kaninchenbau.

Feldhasen leben dagegen als Einzelgänger; nur zur Fortpflanzungszeit bilden sie Paare oder schließlich sich zu kleinen Gruppen zusammen. Feldhasen legen auch keine unterirdischen Bauten an, sondern leben ausschließlich oberirdisch. Bei Gefahr ducken sie sich in eine flache Grube. Auch die Jungen kommen im Freien zur Welt. Und anders als die Wildkaninchen haben sie bereits ein Fell und die Augen geöffnet. Und sie können auch schon bei Gefahr davonlaufen oder sich flach in die Sasse ducken, bis ihre Mutter wieder kommt und sie beschützt. Die jungen der Feldhasen sind also bereits „flügge“ und Nestflüchter, während die neugeborenen Wildkaninchen ausgesprochene Nesthocker sind.

Quelle: http://www.kaninchen-haltung.com/natur/

Zahnfehlstellung und Abszessbildungen bei Kaninchen

Kaninchen haben ähnliche wie Nagetiere lange Schneidezähne. Im Gegensatz zu den Nagern haben Hasen und Kaninchen aber nicht nur ein Paar obere Schneidezähne, sondern gleich zwei Paar. Wobei das zweite Paar allerdings hinter den vorderen Schneidezähnen liegt und deshalb von außen gar nicht sichtbar ist. Bei einem derart komplizierten Gebiss ist es nicht verwunderlich, dass es bei Kaninchen verhältnismäßig oft zu Zahnfehlstellungen kommt. Dann stehen die Schneidezähne extrem weit nach vorn, werden zur Seite gedrängt oder stehen nach hinten. Oder die Kaninchen bekommen nicht genug Hartfutter wie Möhren u. ä. zum Benagen. Dann schleifen sie sich nicht mehr ab und wachsen immer mehr in die Länge. In beiden Fällen können solche Zahnfehlstellungen dazu führen, dass die Kaninchen die Nahrung verweigern und verhungert müssen. Solche Zahnfehlstellungen müssen daher sobald wie möglich vom Tierarzt korrigiert werden. Zu lange Schneidezähne werden vom Tierarzt regelmäßig gekürzt. Außerdem muss die Ernährung umgestellt werden. Nur wenn die Kaninchen das Heu, Trockenfutter, Sticks und harte Rohkost längere Zeit kauen und beknabbern muss, schliefen sich die Zähne regelmäßig ab.

Kaninchen sind meist sehr geduldige Tiere. Daher merkt man erst in fortgeschrittenem Stadium, wenn das Kaninchen die Nahrung verweigert, dass etwas mit seinem Gebiss nicht stimmt. Auch wenn das Kaninchen ständig sabbert oder schnell an Gewicht verliert, können Probleme im Mundraum die Ursache sein. Sogar übermäßig tränende und entzündete Augen oder Ausfluss aus der Nase könnten auf Zahnprobleme zurückzuführen sein. Auch aus diesem Grund sollte man in regemäßigen Abständen mit dem Kaninchen zum Check-Up beim Tierarzt gehen. Er sieht sich dabei auch die Mundhöhle an, ob das Zahnfleisch gesund oder entzündet ist, und kann Zahnfehlstellungen bereits im Frühstadium erkennen.

Aber auch bei Stürzen oder anderen Unfällen können Zähne abbrechen oder sich schief stellen. Manche Kaninchen neigen dazu, das Metallgitter des Käfigs ständig zu benagen; das führt dazu, dass der Zahnschmelz absplittert und Schmerzen verursacht. Wenn die Schneidezähne abbrechen, ist das Kaninchen nicht mehr in der Lage zu fressen.

Der Tierarzt wird anhand eines Röntgenbildes vom Kopf und Kieferraum feststellen können, welche Fehlbildungen vorliegen. Dann können nicht nur die Zähne behandelt und korrigiert werden, sondern auch tieferliegende Probleme im Wurzelbereich der Zähne oder im Kiefer behandelt werden.

Der Tierarzt kann zu lange Schneidezähne entweder mit einer speziellen Zange stückweise abknipsen oder abfeilen. Letzteres ist natürlich die schonendere Methode. Ist das Kaninchen sehr unruhig oder ängstlich, kann auch eine Narkose notwendig sein. Ist es durch die Zahnfehlstellungen oder Kieferanomalien bereits zu Eiterbildungen und Abszessen gekommen, wird dem Kaninchen nach der Behandlung ein Antibiotikum, eventuell zusätzlich auch ein Schmerzmitte injiziert. Viele Antibiotika dürfen nicht mit dem Futter verabreicht werden, da dies zu schweren Verdauungsproblemen beim Kaninchen führen kann.

Quelle: http://www.kaninchen-haltung.com/gesundheit/